Einleitung
Die kA-Nennleistung bezieht sich auf den maximalen Kurzschlussstrom, den ein Leistungsschalter unter festgelegten Bedingungen sicher unterbrechen kann. Für MCCB, dieser Wert stellt eher einen Teil seiner Unterbrechungskapazität dar als seinen normalen Nennbetriebsstrom. Die Wahl der richtigen kA-Nennleistung trägt dazu bei, Fehlfunktionen des Leistungsschalters zu verhindern, wenn der Fehlerstrom den Grenzwert überschreitet, den das Gerät beseitigen kann.
Für Käufer, die verschiedene MCCB-Modelle vergleichen, ist die Nennstromstärke in kA eine der wichtigsten technischen Angaben, die vor der Erstellung eines Angebots überprüft werden müssen. Ein Leistungsschalter kann zwar den richtigen Nennstrom, die richtige Polkonfiguration und die richtigen Abmessungen aufweisen, ist jedoch möglicherweise dennoch nicht geeignet, wenn seine Unterbrechungsleistung geringer ist als der am Einsatzort zu erwartende Kurzschlussstrom.
Dieser Leitfaden erläutert in einer für den Beschaffungsbereich verständlichen Sprache den Nennstromwert „kA“ sowie Parameter wie Icu, Ics, Icm und Icw. Er richtet sich an Einkäufer im Elektrobereich, Schaltschrankhersteller und Installateure, Ingenieure sowie Beschaffungsteams und soll ihnen helfen, die Auswahl von MCCB-Schaltern klarer zu erörtern, bevor sie sich das endgültige Datenblatt und die technischen Projektspezifikationen ansehen.
Was bedeutet die kA-Nennleistung bei einem Leistungsschalter?
Die Angabe “kA” auf einem Leistungsschalter bezieht sich auf dessen Schaltvermögen bzw. Unterbrechungsfähigkeit. Die Abkürzung “kA” steht für Kiloampere, sodass 1 kA 1.000 Ampere entspricht. Wenn ein Leistungsschalter für 10 kA ausgelegt ist, bedeutet dies, dass das Gerät so konstruiert ist, dass es unter den festgelegten Prüfbedingungen und Anwendungsbedingungen einen Kurzschlussstrom von bis zu 10.000 Ampere unterbrechen kann.
Dieser Nennwert ist deshalb wichtig, weil sich der Kurzschlussstrom erheblich vom normalen Laststrom unterscheidet. Eine Verteilungsleitung kann im Normalbetrieb 100 A, 250 A oder 400 A Strom führen, doch im Falle eines Kurzschlusses entstehen innerhalb kurzer Zeit Ströme von Tausenden oder sogar Zehntausenden von Ampere. Der Leistungsschalter muss in der Lage sein, den Stromkreis zu unterbrechen, ohne dass es zu einem Bruch, zum Verschweißen der Kontakte oder zu übermäßigen Schäden am Verteilerkasten kommt.
In den konkreten Beschaffungsgesprächen beantwortet die kA-Nennleistung eine zentrale Frage: Kann der ausgewählte Leistungsschalter im Falle eines schweren Ausfalls dieser Verteilerschalttafel den Fehlerstrom sicher abführen? Aus diesem Grund können Schalter mit derselben Nennstromstärke unterschiedliche Ausschaltleistungen aufweisen.
kA-Nennwert vs. Nennstrom: Warum 100 A nicht gleich 100 kA sind
Viele Menschen neigen dazu, den Nennstrom (A) und den kA-Nennwert fälschlicherweise als dasselbe zu betrachten. Tatsächlich handelt es sich dabei jedoch um völlig unterschiedliche Konzepte. Der Nennstrom bezeichnet den maximalen Strom, dem dieser Leistungsschalter unter normalen Betriebsbedingungen über einen längeren Zeitraum standhalten kann, während der kA-Nennwert den maximalen Strom angibt, den er im Falle eines Kurzschlusses sicher unterbrechen kann.
Beispiel: Ein 100-A-MCCB bedeutet nicht, dass er eine Ausschaltleistung von 100 kA hat. 100 A geben lediglich an, dass der Nennstrom des betreffenden Stromkreises bei etwa 100 A liegt. Wie hoch der Kurzschlussstrom tatsächlich ist, den er unterbrechen kann, hängt von der Produktserie, der Einsatzumgebung, der Installationsmethode und davon ab, ob eine Leistungsreduzierung erforderlich ist. Dieser Wert kann 10 kA, 25 kA, 36 kA, 50 kA oder andere Werte betragen und hängt vollständig vom jeweiligen Modell und der Betriebsspannung ab.
| Bewertungspunkt | Was darin beschrieben wird | Wie Käufer es nutzen sollten |
| Nennstrom (In) | Der Dauerstrom, den der Leistungsschalter unter festgelegten Bedingungen führen kann. | Passen Sie es an den Laststrom, die Kabelkapazität, die Schalttafelauslegung und die Schutzanforderungen an. |
| kA-Nennwert / Schaltvermögen | Der maximale Kurzschlussstrom, den der Leistungsschalter sicher unterbrechen kann. | Vergewissern Sie sich, dass dieser Wert nicht unter dem an der Installationsstelle verfügbaren Fehlerstrom liegt. |
| Nennspannung (Ue) | Die Betriebsspannung, für die die Nennwerte des Leistungsschalters gelten. | Überprüfen Sie die kA-Leistung bei der richtigen Spannung, da die Unterbrechungsleistung je nach Spannung variieren kann. |
| Polkonfiguration | Die Anzahl der geschützten oder geschalteten Leiter, z. B. 3P oder 4P. | Passen Sie es an die elektrische Anlage, die Anforderungen an den Neutralleiter und die Ausführung des Verteilerkastens an. |
Dieser Unterschied ist insbesondere für Schaltanlagenhersteller (Komplettanlagenhersteller) von entscheidender Bedeutung. Die beiden Leistungsschalter mögen zwar ähnlich aussehen und denselben Nennstrom aufweisen, doch einer von ihnen verfügt über eine geringere Ausschaltleistung. Würde der Leistungsschalter mit der geringeren Ausschaltleistung an einer Stelle mit hohem Kurzschlussstrom eingesetzt, wäre dies ein schwerwiegender Auslegungsfehler mit erheblichen potenziellen Problemen.
Was bedeutet die kA-Nennleistung für die Auswahl eines MCCB?
Bei MCCB ist die Nennstromstärke in kA ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung über den grundlegenden Schutz. Kompaktleistungsschalter werden typischerweise unter anderem in Niederspannungs-Verteilerschränken, Zuleitungsstromkreisen, Motorstromkreisen, Generatorausgängen, Photovoltaikanlagen und industriellen Lasten eingesetzt. In diesen Anwendungen muss der Leistungsschalter sowohl normale Betriebsströme als auch außergewöhnliche Kurzschlussströme bewältigen können.
Das einfachste Prinzip bei der Auswahl eines Leistungsschalters lautet, dass die Schaltleistung des ausgewählten MCCB größer oder gleich dem am Installationsort zu erwartenden Kurzschlussstrom sein muss. Die Höhe des zu erwartenden Kurzschlussstroms wird von vielen Faktoren beeinflusst, wie beispielsweise der Transformatorleistung, der Transformatorimpedanz, der Kabellänge, der Kurzschlussfestigkeit des vorgelagerten Stromnetzes, Rückkopplungsanteilen von Generatoren und Motoren sowie der spezifischen Lage der Verteilertafel im System.
Beispiel: Der Kurzschlussstrom, dem ein neben dem Transformator oder in der Nähe der Hauptschalttafel installierter Leistungsschalter ausgesetzt sein kann, ist oft wesentlich höher als der eines Leistungsschalters, der erst nach Durchlaufen eines langen Kabels nachgeschaltet ist. Daher gibt es keinen universell empfohlenen kA-Wert, der für alle Projekte gilt. Der korrekte Nennwert muss von qualifizierten Elektrofachkräften berechnet oder bestätigt und anschließend auf der Grundlage der Spezifikationen des MCCB ausgewählt werden.

Bei der Auswahl müssen gleichzeitig auch weitere Details berücksichtigt werden. Die Gehäuseklasse, der Auslösestrom, der Typ der Auslösevorrichtung, die Polzahl, die Nennspannung, das Zubehör und die Einbaubedingungen beeinflussen alle die endgültige Auswahl des MCCB. Der KA-Nennwert ist zwar entscheidend, aber er ist nicht der einzige zu berücksichtigende Faktor.
Icu vs. Ics bei MCCB: Der Unterschied, den Käufer kennen sollten
Wenn Einkäufer über die Ausschaltleistung von MCCB sprechen, stoßen sie in den Spezifikationsunterlagen häufig auf Begriffe wie Icu und Ics. Diese Parameter dienen dazu, die Leistung des Leistungsschalters zu beschreiben, wenn er hohen Kurzschlussströmen ausgesetzt ist. Sie sollten nicht lediglich als blanke Katalogangaben betrachtet werden, denn sie haben direkten Einfluss darauf, ob dieser Leistungsschalter im tatsächlichen Stromverteilungssystem sicher eingesetzt werden kann.
ICU bezeichnet in der Regel die maximale Kurzschluss-Ausschaltleistung. Sie gibt den maximalen Kurzschlussstromwert an, den ein Leistungsschalter unter den festgelegten Prüfbedingungen ausschalten kann. Nach Abschluss dieses Ausschaltvorgangs ist der Leistungsschalter jedoch gemäß den Produktnormen und Prüfverfahren möglicherweise nicht mehr in der Lage, normal zu funktionieren, und muss überprüft oder ausgetauscht werden.
Ics bezeichnet die Kurzschluss-Ausschaltleistung. Sie gibt den Stromwert an, bei dem der Leistungsschalter nach dem Ausschalten des Kurzschlussstroms dieser Stärke noch normal funktionieren kann. Ics wird in der Regel als Prozentsatz von Icu angegeben, beispielsweise 50%, 75% oder 100%, je nach Produktdesign und Normen. Der genaue Wert muss anhand der technischen Daten des ausgewählten MCCB überprüft werden.
| Begriff | Allgemeine Bedeutung | Praktische Bedeutung für Käufer von MCCB-Schaltern |
| Intensivstation | Maximale Kurzschluss-Ausschaltleistung. | Gibt den maximalen Fehlerstrom an, den der Leistungsschalter unter den angegebenen Bedingungen unterbrechen kann. Überprüfen Sie den Wert bei der richtigen Spannung. |
| Ics | Kurzschluss-Ausschaltvermögen der Anlage. | Zeigt den Unterbrechungsgrad an, der mit der Fähigkeit zum fortgesetzten Betrieb unter definierten Bedingungen verbunden ist. Höhere Ics-Werte können für kritische Schalttafeln von Bedeutung sein. |
| Icm | Kurzschluss-Schaltvermögen. | Bezeichnet den Spitzenstrom, den der Leistungsschalter unter den angegebenen Kurzschlussbedingungen leiten kann. Er steht im Zusammenhang mit der elektrodynamischen Belastung. |
| Icw | Kurzzeit-Belastungsstrom. | Bezeichnet den Strom, dem das Gerät kurzzeitig standhalten kann. Dieser Wert wird vor allem bei selektiven Schutzsystemen und bei bestimmten Anwendungen mit Luftschaltern besonders hervorgehoben. |
Eine ausführlichere Erläuterung allgemeiner Begriffe zur Unterbrechungskapazität finden Sie im Support-Artikel von OOHMAGE unter Schaltleistung des Leistungsschalters. Verwenden Sie diese Seite als Hintergrund und bestätigen Sie anschließend die endgültige Nennleistung der ausgewählten MCCB-Baureihe.
Gängige kA-Nennwerte für MCB, MCCB und ACB
In der Regel werden verschiedene Arten von Leistungsschaltern mit unterschiedlichen Schaltleistungsbereichen angeboten. Diese Bereiche sollten jedoch als typische Marktangaben und nicht als allgemeingültige Regeln betrachtet werden. Die genauen Werte hängen von der Nennspannung, der Produktnorm, der Baugröße, der Bauart, der Anwendung und dem Datenblatt des Herstellers ab.
| Schaltertyp | Typischer Anwendungsbereich | Typische Diskussion über die Bruchfestigkeit |
| MCB | Endstromkreise, kleine Verteilerkästen und leichte gewerbliche Lasten. | Häufig wird dabei von niedrigeren kA-Werten wie 4,5 kA, 6 kA oder 10 kA gesprochen, je nach Markt und Norm. |
| MCCB | Zuleitungen, Verteilertafeln, Motorstromkreise, Generatorausgänge und industrielle Verbraucher. | Häufig in einem breiteren kA-Bereich erhältlich, z. B. 10 kA, 25 kA, 36 kA, 50 kA, 70 kA oder höher, je nach Baureihe und Spannung. |
| ACB | Hauptzuleitungen, große Verteilungsnetze und selektive Schutzkonzepte. | Wird häufig für Hochstromsysteme eingesetzt, bei denen Schaltleistung, Kurzzeitfestigkeit und Koordinierung eine wichtige Rolle spielen. |
Entscheidend ist, dass man eine Auswahl nicht allein auf der Grundlage gängiger Nennwerte treffen darf. Ein 10-kA-Leistungsschalter mag in einem nachgeschalteten Verteilerkasten genau richtig sein, reicht jedoch möglicherweise nicht aus, wenn er im Hauptverteilerkasten in der Nähe des Transformators installiert wird. Ein 50-kA-Leistungsschalter, der in einem Industrieprojekt erforderlich sein könnte, wäre für eine kleine Verteilertafel mit einem deutlich geringeren Kurzschlussstrom möglicherweise eine Verschwendung von Ressourcen.
Aus beschaffungstechnischer Sicht ist folgender Ansatz am zuverlässigsten: Zunächst wird auf der Grundlage der technischen Projektspezifikationen, der Ergebnisse der Kurzschlussstromberechnung, der örtlichen elektrischen Vorschriften und der Schrankkonstruktionspläne der konkret erforderliche Nennwert in kA ermittelt. Anschließend werden die entsprechende Leistungsschalterbaureihe und die Parameterspezifikationen ausgewählt.
So wählen Sie die richtige kA-Nennleistung für einen MCCB aus
Bei der Auswahl der richtigen kA-Nennleistung eines MCCB sollte man vom elektrischen System selbst ausgehen und nicht von der günstigsten Option im Produktkatalog. Einkäufer, Ingenieure oder Schaltschrankhersteller sollten zunächst ermitteln, wo der Leistungsschalter installiert werden soll und wie hoch der Kurzschlussstrom ist, der an dieser Stelle auftreten kann. Anschließend sollten sie einen MCCB mit einer Schaltleistung auswählen, die diesen Wert erreicht oder übertrifft, und dabei gleichzeitig eine angemessene Sicherheitsmarge gemäß den Projektanforderungen einplanen.
Die folgende Checkliste kann Ihnen dabei helfen, die Auswahlkriterien vor der Anfrage zu klären. Sie kann zwar die formalen technischen Berechnungen nicht ersetzen, ist jedoch hilfreich, um das Auslassen wichtiger Informationen zu vermeiden, die in der Regel für die endgültige Produktserie ausschlaggebend sind.
| Auswahloption | Was ist zu bestätigen? | Warum das wichtig ist |
| Nennspannung | Systemspannung, Wechselstrom-/Gleichstrom-Betriebsart und geltende Norm. | Die Durchschlagfestigkeit muss bei der richtigen Spannung geprüft werden. Ein bei einer bestimmten Spannung ermittelter Wert gilt möglicherweise nicht für eine andere Spannung. |
| Verfügbarer Fehlerstrom | Berechneter oder vorgegebener Kurzschlussstrom am Einbauort des MCCB. | Die gewählte kA-Nennleistung sollte nicht unter dem verfügbaren Fehlerstrom liegen. |
| Erforderliche Bremsleistung | Projekt kA – Anforderung oder Zielwert für Icu/Ics. | Dies entscheidet darüber, ob eine Standard-, eine hochbelastbare oder eine Hochleistungsserie benötigt wird. |
| Nennstrom / Rahmengröße | Laststrom, Rahmengröße, Auslösewert und Bedingungen für die Leistungsreduzierung. | Der Leistungsschalter muss den Normalstrom ohne Fehlauslösung oder Überhitzung führen können. |
| Nennleistung von Kabeln und Schalttafeln | Kabelquerschnitt, Sammelschienenausführung, Schutzart des Gehäuses und Kurzschlussfestigkeit der Schalttafel. | Der Leistungsschalter sollte für die Nennleistung der gesamten Baugruppe ausgelegt sein, nicht nur für die Nennleistung der einzelnen Komponenten. |
| Anzahl der Masten | 3P, 4P oder andere Systemanforderungen. | Die Wahl der Pole wirkt sich auf die Schaltungsanordnung, die Neutralleiterschaltung und die Verdrahtung der Schalttafel aus. |
| Auslöseeinheit | Je nach Anwendung thermomagnetische, elektronische, einstellbare oder feste Einstellungen. | Das Auslöseverhalten beeinflusst den Überlast- und Kurzschlussschutz, die Koordination sowie die Anwendungsflexibilität. |
| Beziehung zwischen Icu und Ics | Nennleistung und Belastungsgrenze gemäß Datenblatt. | Kritische oder im Dauerbetrieb befindliche Systeme erfordern unter Umständen eine umfassendere Bestätigung der Betriebsleistung. |
| Zielmarkt | Anforderungen gemäß IEC, UL oder lokalen Vorschriften sowie Dokumentationsanforderungen. | Die Anforderungen hinsichtlich Zertifizierung, Kennzeichnung und Prüfung hängen vom jeweiligen Markt und der jeweiligen Produktreihe ab. |
| Anwendung | Verteiler, Motor, Generator, Solaranlage, Industrie-Schalttafel oder andere Anwendungen. | Die Anwendung wirkt sich auf die Schutzeigenschaften, das Zubehör und die Koordinierungsanforderungen aus. |

Beispielsweise könnte der Käufer einen 3-poligen MCCB mit 400 A anfordern. Diese Angabe reicht jedoch bei weitem nicht aus. Der Lieferant muss außerdem wissen: Wie hoch ist die Netzspannung (400 V, 415 V, 480 V oder andere Werte)? Wie hoch ist die erforderliche Ausschaltleistung (25 kA, 36 kA, 50 kA oder höher)? Ist die Auslöseeinheit fest eingestellt oder einstellbar? Muss das Produkt die Zertifizierungsanforderungen bestimmter Märkte erfüllen?
Sind die Informationen unvollständig, sollte ein verantwortungsbewusster Lieferant die Situation gegenüber dem Kunden proaktiv klären, anstatt eigenmächtig ein Standardmodell anzubieten. Dieser Ansatz zeugt nicht nur von Verantwortungsbewusstsein gegenüber dem Besteller, sondern auch gegenüber dem Schrankhersteller und dem endgültigen Aufstellungsort.
Beispiel: Ablesen eines 400-A-MCCB mit einer Ausschaltleistung von 36 kA oder 50 kA
Nehmen wir ein hypothetisches Projektbeispiel: Die Anforderung lautet auf einen 400-A-MCCB. Die Angabe „400 A“ bezieht sich hier auf den Nennstrom oder den Auslösestromwert gemäß der gewählten Produktkonfiguration. Sie gibt jedoch keinen Aufschluss über die Kurzschluss-Schaltleistung dieses Leistungsschalters. Um die Anforderung technisch vollständig zu machen, muss der Einkäufer auch die erforderliche Ausschaltleistung angeben, beispielsweise ob diese bei der entsprechenden Spannung 36 kA oder 50 kA beträgt.
Wenn der erwartete Kurzschlussstrom am Installationsort 30 kA beträgt, könnte aus Sicht der Ausschaltleistung ein MCCB mit 36 kA ausreichend sein – natürlich sollten auch andere Faktoren wie Nennspannung, Icu/Ics, Schrankauslegung, Schutzkoordination und örtliche Vorschriften berücksichtigt werden. Beträgt der erwartete Kurzschlussstrom jedoch 42 kA, reicht die 36-kA-Variante möglicherweise nicht aus, und es müsste eine Lösung mit einer Nennleistung von 50 kA oder mehr in Betracht gezogen werden.
Es ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei lediglich um ein vereinfachtes Beispiel handelt. Die endgültige Auswahl muss auf der Grundlage der tatsächlichen Kurzschlussberechnungsergebnisse des Projekts und der Produktspezifikationen bestätigt werden.
| Bezeichnung des Elements | Was der Käufer möglicherweise sieht | Wie ist das zu verstehen? |
| 400 A | Nennstrom oder Auslösewert. | Auswahloption für den Normal-Strom. Das bedeutet nicht 400 kA. |
| 36 kA oder 50 kA | Durchschlagfestigkeit bei einer vorgegebenen Spannung. | Fehlerstrom-Unterbrechungsfähigkeit. Sie muss mindestens dem erforderlichen Fehlerstrompegel entsprechen. |
| 3P / 4P | Polkonfiguration. | An die Verkabelung des Systems und die Anforderungen an den Neutralleiter anpassen. |
| Auslöseeinheit | Je nach Baureihe fest eingestellt, einstellbar, thermomagnetisch oder elektronisch. | Beeinflusst das Schutzverhalten und die Flexibilität bei der Koordination. |
| Spannungskennzeichnung | Beispiel: Ue-Nennwert bei einer bestimmten Spannung. | Vergewissern Sie sich, dass der kA-Wert bei der Projektspannung gilt. |
Dieses Beispiel verdeutlicht, warum man bei einer Anfrage nach einem MCCB niemals einfach sagen sollte: “Ich benötige einen Leistungsschalter mit einer Nennstromstärke von 400 A”. Eine vollständige Anfrage sollte dem Lieferanten ausreichende Informationen liefern, damit er Ihnen bei der Auswahl der geeigneten Baureihe helfen kann, anstatt lediglich einen bestimmten Nennstromwert abzugleichen.
Häufige Fehler bei der Auswahl der kA-Nennleistung von MCCB-Schaltern
Der erste häufige Fehler besteht darin, den Nennstrom mit dem Nennwert in kA zu verwechseln. Der Käufer hat sich möglicherweise für einen Leistungsschalter entschieden, nur weil dessen Nennstrom zur Last passte, dabei jedoch völlig außer Acht gelassen, ob dieser den Kurzschlussstrom am Anschlusspunkt sicher unterbrechen kann. Dies ist das häufigste Problem – auf den ersten Blick scheint der Leistungsschalter die richtige Wahl zu sein, technisch gesehen ist er jedoch völlig ungeeignet.
Der zweite Fehler besteht darin, nur den Preis zu berücksichtigen, ohne den Einbauort zu beachten. Low-kA-Leistungsschalter sind zwar günstiger, aber wenn sie neben dem Transformator, am Generatorausgang oder in der Nähe der Hauptschalttafel installiert werden, reichen sie möglicherweise nicht aus, da der Kurzschlussstrom in diesen Bereichen oft höher ist. Der Preis sollte erst nach Überprüfung der grundlegenden elektrischen Eignung berücksichtigt werden.
Der dritte Fehler besteht darin, den Einfluss der Nennspannung zu übersehen. Die Ausschaltleistung ist kein isolierter Wert. Ein und derselbe Leistungsschalter kann bei dieser Spannung eine bestimmte Ausschaltleistung aufweisen, bei einer anderen Spannung könnte dieser Wert jedoch abweichen. Es ist unerlässlich, das Datenblatt unter Berücksichtigung der tatsächlichen Systemspannung zu konsultieren.
Der vierte Fehler besteht darin, sich ausschließlich auf den Leistungsschalter selbst zu konzentrieren und dabei die gesamte Schaltanlage außer Acht zu lassen. Der Schaltschrank, das Sammelschienensystem, die Kabel, die vorgeschalteten Schutzvorrichtungen sowie die Kurzschlusstoleranz der Verteilerschaltanlage selbst müssen alle berücksichtigt werden. Ein Leistungsschalter mit hoher Ausschaltleistung bedeutet nicht, dass das gesamte System Fehlerströmen derselben Stärke standhalten kann.
Der fünfte Fehler besteht darin, den Leistungsschalter nach einem schwerwiegenden Fehler einfach auszutauschen, ohne die Ursache zu untersuchen. Hat der MCCB bereits einen hohen Fehlerstrom abgeschaltet, sollte die Anlage gemäß der Produktdokumentation, den Wartungsvorschriften und den Sicherheitsvorschriften überprüft werden. Die Entscheidung, ob ein Austausch erforderlich ist oder nicht, sollte von qualifiziertem Personal getroffen werden.
Ein standardisierter Beschaffungsprozess kann diese Probleme verhindern. Der Schlüssel liegt darin, die KA-Bewertung als verbindlichen technischen Parameter zu behandeln und nicht als optionale Zusatzoption im Produktkatalog.
Wann sollten Sie OOHMAGE um Unterstützung bei der Auswahl von MCCB bitten?
OOHMAGE liefert Niederspannungs-Elektroprodukte, darunter MCCB-Lösungen, die für Stromverteilungs-, Industrie- und Projektanwendungen geeignet sind. Je klarer die Projektanforderungen sind, desto schneller und genauer lässt sich die passende Modellauswahl treffen. Sind die Anforderungen unvollständig, sollte zunächst die elektrische Situation vor Ort geklärt werden, anstatt die geeignete Größe des Leistungsschalters zu erraten.
Bevor Sie eine Unterstützung bezüglich eines MCCB-Modells oder ein Angebot anfordern, senden Sie uns bitte die folgenden Informationen, sofern diese verfügbar sind:
- Nennspannung und Art des Wechselstrom-/Gleichstromsystems.
- Nennstrom oder erwarteter Laststrom.
- Erforderliche Schaltleistung in kA oder berechneter verfügbarer Fehlerstrom.
- Anzahl der Pole, z. B. 3P oder 4P.
- Art des Auslösers, z. B. fest eingestellt, einstellbar, thermomagnetisch oder elektronisch, sofern angegeben.
- Menge, Zielmarkt und erforderliche Unterlagen.
- Anwendungen wie z. B. Verteiler, Motorzuleitung, Generatorausgang, Solaranlage oder industrielle Verbraucher.
Anhand dieser detaillierten Informationen kann OOHMAGE Sie bei der Auswahl geeigneter Lösungen aus der MCCB-Baureihe unterstützen und einen klareren Weg zur Angebotserstellung aufzeigen. Konkrete Werte, Zertifikate, Konfigurationen des Zubehörs, der Lagerbestand sowie die Marktzugangsvoraussetzungen für den Zielmarkt müssen jedoch noch einzeln auf der Grundlage der ausgewählten Produktreihe, der Spezifikationsunterlagen, der Auftragsanforderungen und des endgültigen Einsatzortes bestätigt werden.
Abschließende Gedanken
Die kA-Nennleistung eines MCCB stellt eine Verbindung zwischen dem im System verfügbaren Fehlerstrom und der sicheren Unterbrechungsleistung des Leistungsschalters her. Die richtige Auswahl beginnt mit dem Einbauort: Ermitteln Sie den Fehlerstrom und überprüfen Sie anschließend anhand des Datenblatts die Nennspannung/-stromstärke, Icu/Ics, die Polzahl und die Auslöseeinheit.
Käufer und Schalttafelbauer sollten ihre Auswahl niemals allein anhand der Nennstromstärke treffen – sie sollten stets die Ausschaltleistung überprüfen, insbesondere bei Hauptschalttafeln, industriellen Zuleitungen, Generatorausgängen und anderen Stellen mit hohem Fehlerrisiko. Mit vollständigen Projektdaten, OOHMAGE kann bei der Auswahl und der Prüfung von Angeboten auf der Grundlage klar definierter technischer Anforderungen behilflich sein.
Häufig gestellte Fragen zur kA-Nennleistung von MCCB-Schaltern
Was bedeutet „kA“ bei einem Leistungsschalter?
kA steht für Kiloampere. Bei einem Leistungsschalter bezieht sich dieser Wert in der Regel auf die Kurzschlussstromstärke, die der Schalter unter festgelegten Bedingungen sicher unterbrechen kann. So bedeutet beispielsweise 10 kA eine Unterbrechungskapazität von 10.000 Ampere, vorbehaltlich der Bestätigung durch Spannungsangaben, Normen und Datenblätter.
Entspricht die Nennleistung in kA der Nennleistung in Ampere?
Nr. Die Nennstromstärke gibt den normalen Dauerstrom an, z. B. 100 A oder 400 A. Die Nennkurzschlussstromstärke gibt die Kurzschluss-Ausschaltleistung an, z. B. 10 kA, 25 kA oder 50 kA. Bei der Auswahl eines MCCB werden beide Werte benötigt.
Wie hoch ist die Nennstromstärke eines MCCB in kA?
Die kA-Nennleistung eines MCCB hängt von der Produktreihe, der Schutzart, der Nennspannung und den geltenden Normen ab. Bei der Auswahl trifft man in der Regel auf Nennwerte von 10 kA, 25 kA, 36 kA, 50 kA, 70 kA oder höher, doch der konkrete Wert muss anhand des Datenblatts und der Projektanforderungen bestätigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Icu und Ics bei einem MCCB?
Icu bezeichnet die maximale Kurzschlussunterbrechungsleistung, während Ics die Nenn-Kurzschlussunterbrechungsleistung angibt. Aus Sicht des Käufers gibt Icu die höchste definierte Unterbrechungsleistung an, während Ics die Nennleistung unter definierten Kurzschlussbedingungen angibt. Der Zusammenhang muss im Datenblatt des ausgewählten MCCB überprüft werden.
Kann ich einen 10-kA-Leistungsschalter anstelle eines 6-kA-Leistungsschalters verwenden?
In vielen Fällen kann eine höhere Schaltleistung einen niedrigeren erforderlichen kA-Wert erfüllen oder sogar übertreffen, doch die Auswahl richtet sich nicht allein nach dem kA-Wert. Sie müssen dennoch die Nennspannung, den Nennstrom, die Polzahl, die Auslöseeinheit, die bauliche Passgenauigkeit, die Norm, die Nennleistung der Schaltanlage sowie die örtlichen Vorschriften überprüfen.
Was passiert, wenn die Nennleistung des Leistungsschalters in kA zu niedrig ist?
Wenn der auftretende Fehlerstrom die Ausschaltleistung des Leistungsschalters übersteigt, ist der Leistungsschalter möglicherweise nicht in der Lage, den Fehler sicher zu unterbrechen. Dies kann das Risiko von Geräteschäden, Lichtbogenenergie, Gehäuseschäden oder unsicheren Betriebsbedingungen erhöhen. Die Installation sollte von qualifiziertem Fachpersonal überprüft werden.
Woher weiß ich, welche kA-Nennleistung meine Schalttafel benötigt?
Die erforderliche kA-Nennleistung sollte auf der Grundlage der Ergebnisse von Kurzschlussberechnungen oder der technischen Spezifikationen des Projekts ermittelt werden. Zu den Einflussfaktoren zählen die Transformatorleistung und deren Impedanz, die Kabellänge, die Kurzschlussfestigkeit des vorgelagerten Stromnetzes, der Beitrag des Rückstroms des Generators oder Motors sowie die Einbaulage der Schaltanlage im System. Der konkrete zu erwartende Kurzschlussstromwert sollte von qualifizierten Elektrofachkräften bestätigt werden.
Bedeutet ein höherer kA-Nennwert einen besseren Schutz?
Ein höherer kA-Nennwert weist auf eine höhere Unterbrechungsleistung hin, was jedoch nicht zwangsläufig bedeutet, dass die Schutzwirkung insgesamt besser ist. Ein korrekter Schutz hängt auch von zahlreichen Faktoren ab, wie beispielsweise dem Nennstrom, dem Auslösewert, der Schutzkoordination, dem Spannungsniveau, der jeweiligen Anwendung und der Schaltanlagenauslegung. Die am besten geeignete Wahl ist immer diejenige, die den tatsächlichen Systemanforderungen entspricht.
Welche Informationen sollte ich übermitteln, bevor ich ein Angebot für einen MCCB anfordere?
Bitte geben Sie bei Ihrer Anfrage folgende Informationen an: Nennspannung, Nennstrom, erforderlicher kA-Wert oder erwarteter Kurzschlussstrom, Polzahl, Art der gewünschten Auslösevorrichtung, Abnahmemenge, Zielmarkt und Anwendungsszenario. Anhand dieser Angaben kann der Anbieter Ihnen eine besser geeignete MCCB-Baureihe empfehlen und so unpassende Empfehlungen vermeiden.
