Zu den wichtigsten Arten von Leistungsschaltern, die in der Niederspannungsverteilung zum Einsatz kommen, gehören Kompaktleistungsschalter (MCBs), Kompaktleistungsschalter mit vergossener Schaltkammer (MCCBs) sowie Fehlerstromschutzschalter wie RCCBs und RCBOs. Sie sind nicht untereinander austauschbar. MCBs und MCCBs werden für den Überstromschutz in unterschiedlichen Stromkreisfunktionen eingesetzt, ein RCCB bietet einen Fehlerstromschutz ohne integrierten Überstromschutz, und ein RCBO vereint Fehlerstrom- und Überstromschutz in einem Gerät.
Dieser Leitfaden konzentriert sich auf die von OOHMAGE angebotenen Niederspannungsproduktfamilien. Er erläutert, welche Funktion die einzelnen Geräte erfüllen, wo sie in einer Schutzanordnung eingesetzt werden können und welche Details ein Käufer klären sollte, bevor er ein Modell oder ein Angebot bespricht. Mittelspannungs- und Hochspannungs-Leistungsschalter, die außerhalb dieses Produktumfangs liegen, werden hier nicht behandelt.
Dies ist ein Leitfaden zur Klassifizierung von Produktfamilien und keine projektspezifische Studie zur Auswahl von Leistungsschaltern. Er ersetzt weder Fehlerstromberechnungen noch Koordinierungsarbeiten, die Überprüfung der örtlichen Vorschriften noch die Abgleichung mit der Dokumentation des ausgewählten Modells.
Was sind die wichtigsten Arten von Leistungsschaltern?
Für viele Niederspannungsschaltanlagen und Verteilungsprojekte lautet die praktische Checkliste wie folgt:
- MCB: Überstromschutz für Abzweig- und Endstromkreise;
- MCCB: Überstromschutz für Zuleitungen, Verteilungsanlagen und andere Anwendungen, die einen anderen Rahmen, einen anderen Nennbereich oder eine andere Schutzkonfiguration erfordern;
- RCCB: Fehlerstromschutz ohne integrierten Überstromschutz;
- RCBO: Fehlerstromschutz mit integriertem Überstromschutz;
- Gleichstrom-Leistungsschalter: ein Leistungsschalter mit veröffentlichten Nennwerten für das jeweilige Gleichstromsystem und die jeweilige Anwendung.
Im Zusammenhang mit diesen Produkten wird häufig über Überspannungsschutzgeräte gesprochen, doch ein Überspannungsschutzgerät (SPD) ist kein Leistungsschalter. Es erfüllt eine andere Funktion, indem es im Rahmen eines abgestimmten Schutzkonzepts die Überspannung begrenzt und den Überspannungsstrom ableitet.
Diese Bezeichnungen stehen für Produktfamilien. Sie allein bestimmen nicht das endgültige Modell, die Nennleistung, die Polkonfiguration, die Ausschaltleistung oder die Eignung für eine bestimmte Installation. Die Auswahl hängt weiterhin von der Funktion im Stromkreis, den Systemdaten, den Fehlerbedingungen, den örtlichen Anforderungen und den veröffentlichten Parametern der gewählten Baureihe ab.
Drei nützliche Methoden zur Klassifizierung von Niederspannungs-Leistungsschaltern
Lange Listen mit Bezeichnungen für Leistungsschalter können die Auswahl erschweren, da darin verschiedene Klassifizierungsmethoden vermischt sind. Ein übersichtlicherer Ansatz besteht darin, drei separate Fragen zu stellen.
1. Welche Schutzfunktion ist erforderlich?
Der Überstromschutz reagiert je nach Bauart und Nennwerten des ausgewählten Geräts auf Überlast- und Kurzschlusszustände. Der Fehlerstromschutz reagiert auf eine Unsymmetrie, die mit einem Stromfluss über einen unbeabsichtigten Pfad zusammenhängt. Einige Geräte bieten nur eine dieser Funktionen, andere kombinieren beide.
Dieser Unterschied unterscheidet RCCBs von RCBOs. In der IEC-Terminologie ist ein RCCB ein Fehlerstromschutzschalter ohne integrierten Überstromschutz, während ein RCBO über einen integrierten Überstromschutz verfügt. Die zugehörige Schaltungsanordnung muss diesem Unterschied Rechnung tragen.
2. Wo wird das Gerät im Verteilungssystem eingesetzt?
Ein Abzweigstromkreis, eine Zuleitung, ein Verteilereingang und ein Maschinenstromkreis verwenden nicht automatisch die gleiche Leistungsschalterfamilie. Für Abzweigstromkreise kann ein MCB in Betracht gezogen werden, während für Zuleitungen oder Verteileraufgaben, bei denen sich der erforderliche Rahmen und die Schutzkonfiguration unterscheiden, ein MCCB in Betracht gezogen werden kann. Das Produktetikett allein reicht nicht aus, um die Eignung festzustellen; die tatsächliche System- und Koordinationsanalyse bleibt weiterhin wichtig.
3. Handelt es sich bei dem System um ein Wechselstrom- oder Gleichstromsystem?
Wechselstrom- und Gleichstromanwendungen müssen auf die für das jeweilige System veröffentlichten Nennwerte abgestimmt sein. Bei einem Leistungsschalter mit einer Nennleistung für Wechselstrom sollte nicht davon ausgegangen werden, dass er über eine gleichwertige Nennleistung für Gleichstrom verfügt. Bei der Auswahl für den Gleichstrombetrieb müssen außerdem die Systemspannung, die Polanordnung, Fehlerbedingungen sowie die Anschlussanweisungen des Herstellers für die jeweilige Baureihe berücksichtigt werden.
Die Trennung dieser drei Fragen beugt häufigen Kategoriefehler vor. Außerdem ergibt sich dadurch eine sinnvollere Anfrage: Anstatt ohne Kontext nach “einem Leistungsschalter” zu fragen, kann ein Käufer zunächst die Schutzfunktion, die Position im Stromkreis und das elektrische System angeben.
Kurzer Vergleich gängiger Schutzgeräte für den Niederspannungsbereich
| Gerät | Hauptschutzfunktion | Übliche Position oder Verwendung | Vor der Modellauswahl bestätigen |
|---|---|---|---|
| MCB | Überstromschutz | Abzweig- oder Endstromkreise in geeigneten Niederspannungsplatinen und -geräten | Anwendung, Systemspannung, Nennstrom, Polzahl, Anforderungen an die Auslösekurve, Schaltleistung, Einsatz für Wechselstrom oder Gleichstrom sowie Stückzahl |
| MCCB | Überstromschutz in einem anderen Rahmen und einer anderen Schutzanordnung | Zuleitungen, Verteilertafeln, Geräte und ausgewählte Wechselstrom- oder Gleichstromprojekte | Systemspannung, Nennstrom, Pole, erforderliche Schaltleistung, Auslöseeinheit, Zubehör, Installation und Stückzahl |
| RCCB | Fehlerstromschutz ohne integrierten Überstromschutz | Stromkreise, bei denen der Fehlerstromschutz mit einem separaten Überstromschutz abgestimmt ist | Elektrische Anordnung, Anforderungen an den Fehlerstromschutz, Nennwerte, Pole, Überstromkoordination und örtliche Vorschriften |
| Fehlerstromschutzschalter | Fehlerstrom- und Überstromschutz in einem Gerät | Einzelne Schaltungen, die beide Funktionen erfordern | Anwendung in Stromkreisen, Nennwerte, Pole, Anforderungen an den Fehlerstromschutz, Schaltvermögen, System- und Marktanforderungen |
| SPD | Begrenzt die Stoßspannung und leitet den Stoßstrom ab; kein Leistungsschalter | Ausgewählte Punkte in einer koordinierten Überspannungsschutzanlage | Wechselstrom- oder Gleichstromsystem, Installationsort, SPD-Typ/Projektanforderung, Systemparameter, Absicherung und Unterlagen |
Die Tabelle dient dem Vergleich verschiedener Produktfamilien und stellt keine Auslegungsberechnung dar. Die endgültige Auswahl sollte von einer qualifizierten Person unter Berücksichtigung der Installationsbedingungen, des verfügbaren Fehlerstroms, der Anforderungen an Leiter und Last, der Koordinierungsanforderungen, der örtlichen Vorschriften sowie der Dokumentation des ausgewählten Modells überprüft werden.
MCB: Überstromschutz für Abzweigstromkreise

Ein MCB (Miniatur-Leistungsschalter) wird üblicherweise zum Überstromschutz in Abzweig- und Endstromkreisen eingesetzt. Er wird häufig in Verteilertafeln, Schalttafeln und Geräten installiert, sofern die gewählte Baureihe für die jeweilige elektrische Anlage und Anwendung geeignet ist.
Die Auswahl eines Leitungsschutzschalters erfolgt nicht allein anhand des Nennstroms. Der Käufer muss möglicherweise außerdem Folgendes überprüfen:
- Wechselstrom- oder Gleichstromsystem und Systemspannung;
- für den Schaltkreisentwurf erforderliche Strombelastbarkeit;
- Anzahl der Pole;
- für die Last erforderliche Auslösecharakteristik oder Betriebskennlinie;
- erforderliche Ausschaltleistung auf der Grundlage des verfügbaren Fehlerstroms;
- Installations- und Umgebungsbedingungen;
- Zubehör oder Kennzeichnungsvorschriften;
- Zielmarkt und erforderliche Unterlagen;
- Mengen- und Verpackungsanforderungen.
Auslösekurven sind besonders wichtig, wenn Lasten unterschiedliche Anlauf- oder Einschaltcharakteristiken aufweisen. Ein auf einem Leistungsschalter aufgedruckter Buchstabe ist jedoch kein Ersatz für eine Schaltkreisauslegung. Die Kurve, der Nennstrom und die Schaltleistung müssen auf den Leiter, die Last, das vorgeschaltete Gerät und die zu erwartenden Fehlerbedingungen abgestimmt sein.
Die geltende Produktnorm hängt auch vom Gerät und vom Verwendungszweck ab. So regelt beispielsweise die Norm IEC 60898-1 bestimmte Wechselstrom-Leistungsschalter für den Überstromschutz in Hausinstallationen und ähnlichen Anlagen. Andere Niederspannungs-Leistungsschalter können unter die Norm IEC 60947-2 fallen. Ein Modell sollte daher anhand seiner eigenen technischen Dokumentation überprüft werden, anstatt jedem MCB standardmäßig eine Norm zuzuordnen.
Bei der Besprechung der Beschaffung sollten Sie zunächst den Anwendungszweck und die bekannten elektrischen Anforderungen betrachten. Liegt ein Schaltplan oder ein Einliniendiagramm vor, kann dies dabei helfen, die Funktionen der erforderlichen MCBs zu ermitteln, ohne dass die Anfrage zu einer reinen Schätzung auf der Grundlage von Amperewerten wird.
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MCCB: Schutz von Zuleitungen und Verteilungsanlagen

Ein MCCB (Molded Case Circuit Breaker, Kompaktleistungsschalter) kommt üblicherweise in Zuleitungen, Verteilertafeln, Industrieanlagen und anderen Niederspannungsanwendungen zum Einsatz, bei denen sich die erforderlichen Baugrößen, Nennwerte oder Schutzmaßnahmen von denen eines typischen MCB für Abzweigstromkreise unterscheiden.
Die Schreibweise “molded case circuit breaker” ist im amerikanischen Englisch gebräuchlich, während “moulded case circuit breaker” in der britischen und internationalen Suche üblich ist. Beide Bezeichnungen beziehen sich auf die Produktkategorie MCCB. Das endgültige Gerät muss dennoch aus einer Baureihe ausgewählt werden, deren veröffentlichte Parameter den Projektanforderungen entsprechen.
Bei der Auswahl eines MCCB spielen möglicherweise mehr Faktoren eine Rolle als bei einem einfachen Vergleich verschiedener Produktfamilien:
- Systemspannung und Wechselstrom- oder Gleichstromanwendung;
- Nennstrom und Anforderungen an den Rahmen;
- Anzahl der Pole;
- verfügbarer Fehlerstrom und erforderliche Schaltleistung;
- Anforderung an eine thermomagnetische oder elektronische Auslöseeinheit, sofern diese in der Baureihe angeboten wird;
- festgelegte oder einstellbare Schutzeinstellungen, sofern zutreffend;
- Anforderungen an Isolierung, Schaltung und Koordination;
- Hilfskontakte, Shunt-Auslöser, Unterspannungsauslöser oder anderes erforderliches Zubehör;
- Gehäuse und Einbaubedingungen;
- Zielmarkt, erforderliche Unterlagen und Menge.
Nicht jede MCCB-Baureihe bietet dieselben Nennwerte, Einstellfunktionen oder Zubehörteile. Ein auf einer Modellseite angegebener Höchstwert darf nicht auf die gesamte Kategorie übertragen werden. Die Nennwerte für Wechselstrom und Gleichstrom müssen ebenfalls separat überprüft werden. Verwenden Sie für Gleichstromprojekte ein Modell mit veröffentlichten Gleichstromparametern und befolgen Sie die vom Hersteller angegebene Pol- und Anschlussanordnung.
Die Ausschaltleistung muss ausdrücklich bestätigt werden. Sie beschreibt die Leistungsfähigkeit des Leistungsschalters unter festgelegten Kurzschlussbedingungen und muss unter Berücksichtigung der zu erwartenden Fehlergröße sowie der entsprechenden Nennwertdefinitionen betrachtet werden. Sie sollte nicht anhand einer allgemeinen Faustregel oder eines unbestätigten Messwerts eines einfachen Messgeräts ausgewählt werden.
Geben Sie bei der Anforderung eines Angebots bitte die erforderlichen Angaben zu Stromstärke, Spannung, Polzahl, Schaltleistung, bevorzugter Auslöseeinheit, Zubehör, Anwendungsbereich, Stückzahl und Zielmarkt an. Anhand dieser Informationen können wir die geeigneten MCCB-Baureihen vergleichen, ohne Ihnen ein unpassendes Universalangebot zu unterbreiten.
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RCCB: Fehlerstromschutz ohne integrierten Überstromschutz

Ein RCCB ist ein Fehlerstromschutzschalter ohne integrierten Überstromschutz. Er überwacht die Strombalance in den Leitern, die seine Messvorrichtung durchlaufen, und löst aus, sobald der Fehlerstrom die für das Gerät festgelegten Auslösekriterien erreicht.
Der Ausdruck “ohne integrierten Überstromschutz” ist von entscheidender Bedeutung. Ein Fehlerstromschutzschalter (RCCB) sollte nicht so beschrieben werden, als ersetze er automatisch den für den Stromkreis erforderlichen Überstromschutz. Die elektrische Anlage muss einen geeigneten Überstromschutz sowie, sofern erforderlich, eine entsprechende Abstimmung enthalten.
Bei einer RCCB-Diskussion sollte Folgendes ermittelt werden:
- die vorgesehene Fehlerstromschutzfunktion;
- Elektrische Anlage und Schaltungsanordnung;
- Nennstrom und Pole;
- erforderliche Restbetriebsmerkmale;
- die separate Überstromschutz- und Koordinierungsanordnung;
- Anforderungen des Zielmarktes und an die Installation;
- Mengen- und Dokumentationsanforderungen.
Die Fachbegriffe und Anforderungen für Fehlerstromschutzschalter können je nach Markt und Anwendungsbereich variieren. Der Produkttyp, die Betriebseigenschaften und die Installationsart sollten anhand des ausgewählten Modells und der örtlichen Vorschriften überprüft werden. Ein Artikel kann zwar die Funktion des Geräts erläutern, jedoch nicht die Schutzmaßnahmen für eine unbekannte Installation festlegen.
Diese Unterscheidung ist auch für die Beschaffung von Nutzen. Wenn in der Projektliste lediglich “RCD” angegeben ist, sollte der Einkäufer klären, ob ein RCCB ohne integrierten Überstromschutz, ein RCBO mit integriertem Überstromschutz oder ein anderes in der Projektspezifikation definiertes Fehlerstromschutzgerät gefordert ist.
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RCBO: Fehlerstrom- und Überstromschutz in einem Gerät

Ein RCBO ist ein Fehlerstromschutzschalter mit integriertem Überstromschutz. Er vereint die Fehlerstromschutzfunktion und den Überstromschutz in einem Gerät für den von ihm abgesicherten Stromkreis.
Diese kombinierte Funktion kann die Entscheidung für eine Produktfamilie vereinfachen, macht jedoch die Überprüfung der Nennwerte und Systemdetails nicht überflüssig. Eine RCBO-Anfrage sollte in der Regel folgende Angaben enthalten:
- die Schaltung und die Lastanwendung;
- Wechselspannung und -frequenz, sofern zutreffend;
- Nennstrom und Pole;
- vorgeschriebene Betriebskennlinien für Fehlerstromschutzschalter;
- Auslösekurve oder Anforderungen an die Überstromauslösung;
- erforderliche Kurzschlussleistung;
- Platzbedarf der Schalttafel und Anordnung der Installation;
- Zielmarkt und Dokumentationsanforderungen;
- Mengen- und Verpackungsanforderungen.
Die Wahl zwischen einem RCBO und einer Konfiguration mit einem RCCB und separaten MCBs ist eine system- und projektbezogene Entscheidung. Ein RCBO kann beide Funktionen für einen einzelnen Stromkreis übernehmen, während bei einer Kombination aus RCCB und MCBs die Fehlerstrom- und Überstromschutzvorrichtungen voneinander getrennt sind. Die geeignete Option hängt von der Stromkreisstruktur, der Koordination, den Anforderungen an die Durchgängigkeit, der Schalttafelauslegung, den örtlichen Vorschriften und den für das Projekt spezifizierten Produkten ab.
Gehen Sie nicht davon aus, dass alle Fehlerstromschutzschalter denselben Fehlerstromtyp, dieselbe Auslösekurve, dieselbe Polanordnung oder dieselbe Kurzschlussfestigkeit aufweisen. Vergleichen Sie die tatsächlichen Serien- und Modellangaben. Wenn sich die Anfrage auf einen Verteilerkasten bezieht, geben Sie die Anzahl der Stromkreise, den verfügbaren Grundriss sowie alle dem Kastenplaner bekannten Anforderungen hinsichtlich der Gerätebreite oder der Sammelschienen an.
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Wo wird ein Überspannungsschutz eingesetzt?

Ein SPD ist kein Leistungsschalter. Gemäß der Terminologie der Norm IEC 61643 dient eine Niederspannungs-Überspannungsschutzvorrichtung dazu, die Überspannung zu begrenzen und den Überspannungsstrom abzuleiten. Sie wird als Teil eines umfassenderen Schutzkonzepts gegen transiente Überspannungen ausgewählt und abgestimmt.
Dies ist von Bedeutung, da ein Leistungsschalter und ein Überspannungsschutz unterschiedliche Anforderungen erfüllen. Ein Leistungsschalter wird aufgrund seiner spezifizierten Schalt- und Schutzfunktionen unter den jeweiligen Betriebsbedingungen ausgewählt. Ein Überspannungsschutz wird unter Berücksichtigung der Überspannungssituation, des Stromnetzes, des Einbauortes, der Schutzkonfiguration sowie seiner eigenen, veröffentlichten Nennwerte ausgewählt.
Für eine SPD-Anfrage werden möglicherweise folgende Informationen benötigt:
- Wechselstrom-, Gleichstrom- oder Photovoltaikanlage;
- Systemspannung und gegebenenfalls Erdungsanordnung;
- Einbauort und erforderliche Schutzstufe;
- Vom Projekt geforderter SPD-Typ oder Prüfklasse;
- vorhandene vorgelagerte oder Backup-Schutzvorrichtung;
- erforderliche Pole oder Schutzmodi;
- Zielmarkt, Menge und technische Unterlagen.
Übertragen Sie die Nennleistung eines Wechselstrom-Überspannungsschutzes nicht auf eine Gleichstrom- oder Photovoltaikanwendung. Verwenden Sie eine für das jeweilige System vorgesehene Produktreihe und überprüfen Sie die Modellparameter sowie die Koordinierungsanforderungen.
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Was ist nach der Ermittlung des Schutzschaltertyps zu überprüfen?
Eine sinnvolle Vorauswahl beginnt beim Projekt selbst und nicht bei einer Sammlung ähnlich aussehender Geräte. Die folgende Vorgehensweise kann die Recherche effizienter gestalten.
1. Die Funktion der Schaltung definieren
Geben Sie an, ob das Produkt für einen Abzweigstromkreis, eine Zuleitung, eine Einspeisung, eine Maschine, einen Schaltschrank, eine Verteilertafel, einen Solar-/Gleichstromkreis oder eine andere angegebene Position vorgesehen ist. Falls mehrere Geräte erforderlich sind, führen Sie jede Position separat auf.
2. Die Schutzfunktion ermitteln
Klären Sie, ob der Stromkreis einen Überstromschutz, einen Fehlerstromschutz, beide Funktionen in einem Gerät oder einen Überspannungsschutz als Teil der Gesamtanlage benötigt. Dadurch lassen sich die Anforderungen an MCB/MCCB, RCCB/RCBO und SPD bereits vor der Modellauswahl voneinander abgrenzen.
3. Geben Sie die bereits bekannten elektrischen Daten an
Geben Sie die Systemspannung, den Einsatz als Wechselstrom- oder Gleichstromgerät, den Nennstrom, die Polzahl, die erforderliche Schaltleistung, die Auslösecharakteristik, die Anforderungen an den Fehlerstromschutz sowie alle bekannten Koordinierungs- oder Zubehöranforderungen an. Erfinden Sie fehlende Werte nicht, sondern kennzeichnen Sie diese zur Bestätigung.
4. Auftrags- und Marktinformationen hinzufügen
Geben Sie die Menge, den Zielmarkt, die Anforderungen an Verpackung oder Markenführung sowie die erforderlichen technischen Unterlagen oder Zertifikate an. Die Unterlagen sollten für die ausgewählte Serie und Bestellung überprüft werden und nicht auf der Grundlage einer allgemeinen Kategorieangabe angenommen werden.
5. Bestätigen Sie vor der Bestellung die ausgewählte Serie.
Vergleichen Sie die Auswahlliste mit den veröffentlichten Modellparametern, Zeichnungen und erforderlichen Unterlagen. Klären Sie Abweichungen hinsichtlich Spannung, Polzahl, Nennleistungsangaben, Abmessungen, Anschlussanordnung oder Zubehör, bevor das Angebot und die Bestellung endgültig festgelegt werden.
Für eine serienübergreifende Diskussion nutzen Sie das Lösungen zum Schutz von Niederspannungsstromkreisen Seite aufrufen und die verfügbaren Anforderungen senden.
Häufig gestellte Fragen
Was sind die gängigsten Typen von Niederspannungs-Leistungsschaltern?
Zu den gängigen Niederspannungsausführungen zählen MCBs für den Überstromschutz von Abzweigstromkreisen und MCCBs für Zuleitungen, Verteilungsanlagen und andere Anwendungen, die einen anderen Baugrößenrahmen oder eine andere Schutzkonfiguration erfordern. RCCBs bieten einen Fehlerstromschutz ohne integrierten Überstromschutz, während RCBOs Fehlerstrom- und Überstromschutz kombinieren.
Was ist der Unterschied zwischen einem MCB und einem MCCB?
Beide sind Leistungsschalter, die zum Überstromschutz eingesetzt werden, kommen jedoch in der Regel in unterschiedlichen Schaltkreisfunktionen und Produktkonfigurationen zum Einsatz. Die Wahl hängt von der Systemspannung, dem Strom, der Polzahl, der Fehlerhöhe, der erforderlichen Schaltleistung, den Auslösecharakteristiken, dem Zubehör, der Installation sowie den veröffentlichten Parametern der ausgewählten Baureihe ab.
Was ist der Unterschied zwischen einem RCCB und einem RCBO?
Ein Fehlerstromschutzschalter (RCCB) bietet Fehlerstromschutz ohne integrierten Überstromschutz. Ein Fehlerstromschutzschalter mit Überstromschutz (RCBO) vereint Fehlerstrom- und Überstromschutz in einem Gerät. Ein RCCB muss daher im Zusammenhang mit der Überstromschutzvorrichtung des Stromkreises betrachtet werden.
Ist ein SPD eine Art Leistungsschalter?
Nein. Ein SPD ist kein Leistungsschalter. Er wird im Rahmen eines koordinierten Schutzkonzepts eingesetzt, um die Stoßspannung zu begrenzen und den mit einer transienten Überspannung verbundenen Stoßstrom abzuleiten.
Kann ein Wechselstrom-Leistungsschalter in einem Gleichstromsystem verwendet werden?
Verwenden Sie einen Leistungsschalter in einem Gleichstromsystem nur dann, wenn für das ausgewählte Modell Gleichstrom-Nennwerte angegeben sind und er gemäß den Gleichstrom-Anschlussvorschriften des Herstellers installiert wurde. Gehen Sie nicht davon aus, dass die Wechselstrom-Nennwerte auch für den Gleichstrombetrieb gelten.
Welche Angaben sind für ein Angebot für Leistungsschalter erforderlich?
Geben Sie bitte die Anwendung, die Schaltungsfunktion, das Wechselstrom- oder Gleichstromsystem, die Spannung, den Strom, die Polzahl, die erforderliche Schaltleistung, die Anforderungen an die Auslösung oder den Fehlerstromschutz, das Zubehör, die Menge, den Zielmarkt und die erforderlichen Unterlagen an. Sollten einige Werte noch nicht bekannt sein, legen Sie bitte den Schaltplan oder die verfügbaren Anwendungsinformationen vor und geben Sie an, welche Angaben noch bestätigt werden müssen.
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Die Wahl der richtigen Produktfamilie ist die erste Entscheidung, nicht die letzte. Sobald die Schutzfunktion und die Rolle im Schaltkreis klar sind, sollten Sie die jeweiligen MCB-, MCCB-, RCCB- oder RCBO-Baureihen mit den Anforderungen des Systems und der Bestellung abgleichen.
Senden Sie uns Ihre Anfrage, die bekannten Nennwerte, die Stückzahl und den Zielmarkt, damit wir gemeinsam eine praktische Auswahlliste mit Niederspannungsschutzprodukten erstellen können.
Technische Hinweise
- IEC 60898-1 – Leistungsschalter zum Überstromschutz für Hausinstallationen und ähnliche Anlagen
- IEC 60947-2:2024 – Niederspannungs-Schalt- und Steuergeräte: Leistungsschalter
- IEC 61008-1:2024 – Fehlerstromschutzschalter ohne integrierten Überstromschutz
- IEC 61009-1:2024 – Fehlerstromschutzschalter mit integriertem Überstromschutz
- IEC 61643-01:2024 – Allgemeine Anforderungen an Niederspannungs-Überspannungsableiter
